Interessante Wanderung in Feucht

Zu sechst brachen wir bei angenehmen, sonnigen Wetter auf Richtung Jägersee. Dieser See liegt,
zusammen mit den Krugsweihern, am Südrand des Marktes Feucht. Unser Ehrenvorsitzender, Sigi
Dorn, war der sachkundige Chef der Truppe. Schließlich kommt er aus Feucht und lebt hier schon
sein Leben lang.

Es ging durch einen kleinen Park mit einem Gedenkstein für Max Oberth, den Feuchter "Raketen-mann". Im gemütlichen Spaziergangtempo kamen wir dann zu den Weihern. Der Jägersee entstand in den Sandgruben, anlässlich des Baus der Autobahn Berlin – Nürnberg. Jetzt ist er ein gut besuchter Badesee, zweigeteilt durch einen Damm. Wir sahen ein paar Kanadagänse. Die Krugsweiher waren einmal Fischweiher im Privatbesitz, welche als Ausgleichsmaßnahmen beim Bau der ICE–Strecke Nürnberg– München umfassend umgestaltet worden sind. Das Naturgebiet wird vom Markt Feucht betreut. Es wurde auch eine Fichte vom Grundstück der Familie Dorn hierhin versetzt. Die steht da auch noch kräftig da. An den Weihern sind mehrere Informationstafel zu Flora und Fauna. Da haben wir was lernen können.

Unter der Bahn und der Autobahn durch ging es zurück in die Ortsmitte. Mit Blick auf das Max –
Oberth – Raumfahrtmuseum und das Zeidelmuseum zogen wir aber erst einmal weiter in den
"Schwarzen Adler", wo wir uns die italienische Küche munden ließen. Als Abrundung gab es
Espresso, Cappuccino und eine italienische, schnapsähnliche Köstlichkeit, spendiert vom Wirt.

Dann der interessante, spannende Besuch im Zeidelmuseum. Zeidel ist die mittelalterliche Bezeichnung für die Imkerei, die Bienenzucht und Honiggewinnung. Die Imker waren die Zeidler und diese hatten im Mittelalter eine echte, vom Kaiser gegebene Monopolstellung auf Honig und Wachsproduktion und – handel. Sie hatten sogar Privilegien auf dem Gebiet der niederen Gerichtsbarkeit. So war Feucht ein Zentrum der Zeidelwirtschaft mit beachtlichem Reichtum. Der Niedergang kam mit der nationalen und europäischen Versorgung mit Rohrzucker und später Rübenzucker. Schließlich konnte auch Wachs in großen Mengen industriell gefertigt werden.

Diese Informationen bekamen wir von dem Museumsführer. Der Besuch hat sich voll gelohnt. Aber es waren so viele und intensive Eindrücke, sodass dann keiner mehr von uns Lust hatte, auch noch ins Raumfahrtmuseum zu gehen. Das kommt halt dann das nächste Mal dran.

Otfried Stein


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Letzte Änderung: 12.02.2014
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