Finnland der Ehrengast auf der Frankfurter Buchmesse

Anlass für den Vorstand der DFG Nürnberg, eine Busreise zur Buchmesse zu organisieren. Das traf auf ein großes Interesse und unter Einbeziehung der DFG Würzburg machten sich am 11.10., dem DFG - Tag auf der Buchmesse, über 40 erwartungsvolle „Finnen“ aus Franken auf die Reise. Von Nürnberg aus, mit Stopps in Erlangen, Bamberg, bei Schweinfurt und in Würzburg, kamen wir gegen 11.00 Uhr an der Messe an.
Auf der Fahrt stimmte uns unsere Vorsitzende Mari Koskela auf den Messebesuch ein – mit einer informativen Messe-CD und Handzetteln mit Zeitplan und Handynummer. Damit auch niemand vor der Rückfahrt verloren gehen möchte.

Die Frankfurter Buchmesse ist so riesig, dass sich unsere „Truppe“ sofort verstreute. Im Forum im finnischen Pavillon traf man ab und zu wieder jemanden aus der Frankendelegation bei diversen Veranstaltungen zu Finnland, der finnischen Literatur und dem „inneren“ Verhältnis der Finnen zum Buch und dem Lesen. Bekanntermaßen sind die Finnen eine große „Bücherwürmer“ - Nation. Das brachten die vielen Lesungen und Autorenvorstellungen ganz konkret und anschaulich den zahllosen Zuhörern nahe.

Im Restaurant im Forum gab es auch extra finnische Gerichte und Köstlichkeiten. Auch finnisches Bier. Aber das war alles sehr teuer. Ich persönlich verzichtete deshalb auf eine Mahlzeit dort und sparte meinen Hunger auf für unser gemeinsames Abschlussessen in einem Ristorante in der Näher des Messegeländes.
Ein Tag reicht schon von Haus aus gar nicht, um durch diese Buchmesse zu kommen. Ich besuchte drei Veranstaltungen im Finnischen Pavillon, kämpfte mich zeitweise durch die Halle 3 und machte immer wieder Erholungspausen im Biergarten auf der Freifläche zwischen den Hallen. Zu den Hallen 1, 4 – 10 bin ich gar nicht vorgestoßen.
In der Halle 3 gab es eine lange Ausstellung von Kalendern 2015 und viele Aussteller von comics. Da stieß ich sogar auf die umfassende Neuauflage der Bände über die Abenteuer von Prinz Eisenherz und den Rittern der Tafelrunde um den König Artus. Diese hatte ich als Jugendlicher gierig verschlungen.
Im Forum fand ich eine Veranstaltung zum Kalevala, dem finnischen Nationalepos, interessant: Zwei kreative Künstlerinnen setzten die Geschichte, die Charaktere und den Zwiespalt zwischen gut und böse des Kalevala um in graphische Strukturen mit durchaus künstlerischen Formen. Ein ganz neuer Zugang zu einem Schriftstück.

Überhaupt hat das Geschehen im finnischen Pavillon schon sehr gut wieder gespiegelt, welch' kreative und lebendige Literaturszene in Finnland existiert.

Bis wir nach dem Abendessen schließlich den Bus zur Rückfahrt erreichten, wurde es noch abenteuerlich. Die Messe war bereits geschlossen, so dass wir um das Messegelände herum zum Parkplatz kommen mussten. Wir fanden aber keinen richtigen Weg. Zum Glück ließ uns eine Frau vom Messe-Wachpersonal dann zu einer Tür in der Nähe des Busparkplatzes herein.

Auf der Rückfahrt wurden natürlich die massiven Eindrücke von der Messe diskutiert. Es wurden noch Bücher über Finnland vorgestellt. Drei Teilnehmer deckten sich auch gleich mit Exemplaren eines der vorgestellten Bücher ein. Das Buch - „Deutschland meine Heimat, Finnland mein Zuhause“ - schildert die Lebensgeschichte von deutschen Frauen, die der Liebe wegen nach Finnland ziehen und hier dann mit den Unterschieden zwischen der deutschen und finnischen Mentalität, der finnischen Sprache und den Eigenarten der finnischen Gesellschaftsorganisation konfrontiert wurden und damit zurecht kommen mussten.

Mit der Zeit wurde es aber stiller im Bus. So ein ausgedehnter Ausflug und so eine überschäumende Flut an Reizen und Eindrücken macht doch ganz schön müde. Aber es war eine schöne, gelungene Unternehmung der DFG Nürnberg. Und es zeigt, dass in diesem Verein was zusammen geht! Das lässt erwarten, dass zur Weihnachtsfeier am 6. Dezember in der Gaststätte Marientorzwinger in Nürnberg - und mit Markojuhani Rautavaara – auch die „Bude“ voll wird.

Otfried Stein

Gruppenbild von Mari Koskela. Finnischer Pavillon, Lesung mit Matti Rönkä und Büchereibus aus Helsinki von Eija Kassner.


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Letzte Änderung: 12.02.2014
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