Spannende Erkundung des geschichtsträchtigen Geländes um den Nürnberger Dutzendteich

Zu zehnt machten wir uns am Sonntag, den 15.9.19, um etwa 13:15 Uhr, auf den Weg um den Nürnberger Dutzendteich. Dabei waren auch drei Interessierte, die nicht in der DFG organisiert sind. Das Wetter war sommerlich warm – sogar so sonnig, dass wir immer gern im Schatten gingen und uns bei den geschichtlichen Stationen des Rundgangs schattige Plätzchen suchten.

Wir orientierten uns an dem ausgearbeiteten Rundweg des Nürnberger Vereins Geschichte für alle e. V.. An den 14 Stationen (von 17), die wir schafften, erläuterte ich die Geschichte, die Nutzung und die Veränderungen des Gebiets auf Grund der politischen Veränderungen.

Insbesondere die Nazi – Herrschaft des "Tausendjährigen 3. Reiches", welches zum Glück der Menschheit aber nur 12 Jahre überdauerte, brachte einschneidende Veränderungen.

Für die großkotzigen, größenwahnsinnigen Anlagen, wie die Kongresshalle, die Große Straße, das Deutsche Stadion (sollte 400000 Besucher fassen), das Zeppelinfeld, usw., wurde die Gewässerfläche verringert, der Leuchtturm am Großen Dutzendteich gesprengt, das öffentliche Hallenbad abgerissen, der Tiergarten um die Nummernweiher herum geschlossen und verlegt. Der Silbersee, daneben der Silberbuck, zeigen noch heute, was vom "größten Stadion der Welt" zustande gekommen ist – der Silbersee in der Grube des Stadions und der Silberbuck, wo der Aushub aufgeschichtet worden ist.

Die Teiche gab es schon im Mittelalter. Es waren Fischweiher. Ein großes Sumpfgelände war gewässert worden, indem etliche Bäche gezielt eingeleitet worden waren. Um einen höheren Wasserstand zu erzeugen, der dann zur Stromgewinnung für Nürnberg genutzt wurde, wurde auch der Fischbach eingeleitet. Dieser Bach fließt nach dem Austritt aus dem Dutzendteich kanalisiert durch die Stadt bis zur Pegnitz.

Übrigens der Dutzendteich hat seinen Namen nicht davon, dass es da vielleicht irgendwann mal ein Dutzend Teiche gegeben hätte. Nein, die Bezeichnung kommt von dem Schilfgewächs "Rohrkolben", dessen frühere Bezeichnung im Mittelalter "Dutze" war, und welches heute noch am Teichufer wächst.

Zum Rundgang gehörte auch der Luitpoldhain, auf der anderen Seite der Bayernstrasse. Dieser Park ist bekannt als Ort der Open Klassik Konzerte. Wir kamen an der Ehrenhalle vorbei, zu Ehren der Opfer der zwei Weltkriege und der Nazi-Diktatur. Ich war da das erste Mal, bei anderen aus der  Gruppe war es auch so.

Das war überhaupt ein Ergebnis dieses historischen Rundgangs, dass wir erstmals an Orte gekommen sind und dazu viel Neues zur Geschichte dieses Geländes erfahren haben.

Ausklingen ließen wir den Rundgang im Biergarten der Gaststätte "Bahnhof Dutzendteich".
Als Bahnhof ist er ausrangiert, aber als Gaststätte an einem Sommertag ganz gemütlich.

Danke an alle, die dabei waren!

Otfried Stein


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Letzte Änderung: 12.02.2014
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