Bericht: Sibelius-Nacht in Bamberg

Schon Wochen vorher hatte ich mir die Karten für die Sibelius-Nacht in der Konzerthalle in Bamberg gesichert. Allerdings war für es für Nicht-Studenten nur möglich, für das Hauptkonzert einen Platz schon vorher zu reservieren. Das zweite Konzert im Anschluss war vorrangig für Musikstudenten und somit konnte man erst vor Ort erfahren, ob noch Plätze bzw. Karten frei sind. Wir hatten Glück und konnten auch den zweiten Teil des Sibelius-Genusses mitnehmen.

Mit finnischen Genüssen fing es aber schon vorher an dem Tag an. Beim Besuch auf dem Bamberger Weihnachtsmarkt kamen wir unter anderem an einem  Stand mit Rentierfellen und einem Verkäufer in Sami-Look vorbei. Das war der Stand der Firma Lappi-Hunaja, die arktischen Honig in vielen Varianten verkauft. Nach dem Verkosten einiger der Sorten stand mein Favorit fest. Klar, Salmiakki-Honig.

Aber zurück zum abendlichen Konzert. Die Ränge im Saal waren voll. Die Stars dieser besonderen Konzerte waren der Gast-Dirigent Santtu-Matias Rouvali, der Chef-Dirigent der Tampere Philharmonic, und der Geigenvirtuose Pekka Kuusisto. Beide absolut außergewöhnliche Talente auf ihren Gebieten.

Und dann also Sibelius XXL. Zauberhafte Melodien und Klänge, die gleich finnische Landschaften vor den Augen erscheinen ließen. Es gibt glaube ich kaum einen Finnen, dem nicht das Herz auf geht, sobald Symphonien von Sibelius gespielt werden.

Zum Abschluss des ersten Konzerts kam das absolute Highlight des Abends: als Zugabe nahm der Violinist Pekka Kuusisto sein Instrument, legte den Bogen zu Seite und spielte zupfend und dazu pfeifend einen der allerbekanntesten der finnischen Tangos, Unto Mononens „Tähdet meren yllä“. Es war grandios!

Nach einer Pause von einer knappen Stunde ging es weiter im Saal. Für das Studentenkonzert stiegen noch ein paar Musiker mehr auf die Bühne und dementsprechend mächtiger war die Wirkung. Da vibrierte die Luft mit noch mehr mit Sibelius. „Der Schwan von Tuonela“ war besonders ergreifend.

Der letzte Programmpunkt des Abends fand im Foyer der Konzerthalle statt. Es war ein experimenteller Kontrastpunkt zu den Symphonien und Stücken von Sibelius. Eine Session mit Pekka Kuusisto begleitet von Milla Viljamaa am Harmonium und Sara Puljula am Kontrabass, die die Vielseitigkeit des Geigenkünstlers demonstriert hat. Mühelos sprang er zwischen mehreren Musikstilen – Jazz, Volksmusik, Tango, Balladen…

In der Konzertankündigung auf der Internetseite der Bamberger Konzerthalle wurde über Kuusisto geschrieben: „Ein Crossover-Künstler im allerbesten Sinne und ein sympathischer Teufelsgeiger, der alle Grenzen zwischen der sogenannten Ernsten und der angeblich nur unterhaltenden Musik einstürzen lässt.“ Man hätte es nicht zutreffender formulieren können.

Nach dem Foyer-Konzert hatten wir Gelegenheit mit den Musikern noch ein kurzes Schwätzchen zu halten und konnten uns für das außergewöhnliche Musikerlebnis bedanken. Und natürlich war auch ein gemeinsames Foto drin :-).

Mari Koskela


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Letzte Änderung: 12.02.2014
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