Ostern in Finnland

Ein kleines "Special" zu Osterbräuchen in Finnland, zusammengestellt von Mari Koskela.

Der Osterhahn

In Finnland haben die Kinder es leichter als in Deutschland. Die Ostereier werden nämlich nicht im Garten versteckt. Stattdessen bringt die Eier der Osterhahn. Oder eigentlich noch genauer, LEGT der Osterhahn die Eier. Ja, richtig gelesen, der Hahn legt die Eier. Ist ja ansonsten eine Sache von den Hühnern, bloß zur Ostern sind die Rollen vertauscht. Ein bisschen Vorarbeit müssen die Kinder allerdings schon leisten und zwar muss man dran denken, am Vorabend vorm Ostersonntag seine Wollmütze neben das Bett zu legen, und - wie gezaubert – liegen in der Mütze morgens am Sonntag eine Hand voll Ostereier, sauber vom Osterhahn gelegt (basierend auf den Kindheitserinnerungen von der Osterzeit von Mari, Jahrgang 1974).
 
Und noch eine Besonderheit haben die finnischen Ostereier: sie sind alle mit einer Überraschung drin - also auch wenn sie nicht „Kinder Ü-Eier“ sind. Mal steckt eine kleine Figur drin, mal ein kleiner Ring oder ein anderer kleiner Gegenstand.

Die Osterhexen

Es ist ein sonniger und schön verschneiter Palmsonntag in Finnland. Es klingelt an der Tür. Hinter der Tür steht eine bunte Gruppe Kinder geschminkt und verkleidet als süße Hexen, die kleine Kaffeekannen oder Körbchen in der einen Hand und mit bunten Federn und Bändchen dekorierte Weidenzweige in der anderen Hand tragen. Kaum ist die Tür komplett auf, schwenken die kleinen Hexen schon ihre gebastelten bunten Zweige mit Weidenkätzchen und der Türöffner wird mit dem Spruch begrüßt:
 
”Virvon varvon
tuoreeks terveeks
tulevaks vuodeks.
Vitsa sulle,
palkka mulle.”

 
So läuft es mit dem ”Virpominen” ab. Damit wünschen die kleinen Hexen alles Gute und Gesundheit für das laufende Jahr, versprechen das glücksbringende Zweig dem Türöffner und erwarten aber einen Obolus dafür. Der Türöffner erhält also einen der bunten Zweige und hat hoffentlich etwas – wie Süßigkeiten, Ostereier oder Kleingeld - bereit, um es in ein Kännchen bzw. Körbchen einzugeben.
 
In diesem in Finnland verbreitetem Brauch vereinen sich zwei ursprünglich separate Bräuche. Einmal ist es der kirchliche Brauch, bei dem am Palmsonntag Weidenzweige (anstelle von Palmzweigen bzw. –wedeln) in der Kirche gesegnet wurden, die die Gemeindemitglieder mitnehmen und mit denen dann einen Gottessegen an die Familie, Verwandte und Freunde ins Haus bringen konnten. Schon für die heidnischen Völker galten Weidenzweige als glücksbringend und das Böse vertreibend. Vor allem stammt dieser Brauch aus Ost-Finnland.
 
Der zweite Teil des Brauchs kam aus der westlichen Richtung nach Finnland. In Schweden wurde geglaubt, dass am Ostersamstag die Tiere im Hof sehr anfällig für böse Geiste und Vandalismus der Hexen sind. Daraus entwickelte sich der Brauch, dass Kinder als Hexen verkleidet um die Häuser zogen und quasi ”Schutzgeld” gesammelt haben - ähnlich wie es seit Neuestem zu Halloween getrieben wird.

Pasha

Diese finnische Osterspezialität hat einen russischen Ursprung. Nachdem die Orthodoxen in der Fastenzeit außer Eier auch auf Butter und Quark verzichtet haben, wurde nach der Fastenzeit zu Ostern eben aus diesen Zutaten die sehr kalorienhaltige Süßspeise zubereitet. Das Wort Pasha
kommt aus dem Russischen und bedeutet "Ostern".
 
0,5 L Quark
2 DL Sahne
2 DL Zucker
1 Ei
1,5 DL Butter
0,5 DL Rosinen
0,5 DL gehackte Mandeln
0,5 DL Orangeat
1 Vanillestange
 
1) Eine Hälfte vom Zucker und das Ei zu Schaum schlagen
2) Die zweite Hälfte vom Zucker mit Sahne zu Schaum schlagen
3) Geschmolzene und abgekühlte Butter mit dem Quark mischen
4) Alle Zutaten miteinander mischen
5) In eine mit einem dünnen Küchentuch bzw. Mullwindel ausgelegten Holzform oder Sieb eingeben. Als Form kann auch ein Kaffeekannenaufsatz mit Kaffeefilter verwendet werden. Das Ganze z.B. auf einen tiefen Teller legen und ein leichtes Gewicht drauflegen, dass überflüssige Flüssigkeit auslaufen kann. Im Kühlschrank über Nacht stehen lassen.
 
Dekorieren z.B. mit Orangeat, Rosinen, geriebener Orangen/Zitronenschale etc.
Für eine exotische Variation kann man noch eine pürierte Banane mit einmischen und statt Zucker mit Honig versüßen.
 
Mari Koskela
 
Bildquelle: Botschaft von Finnland, Berlin - www.finnland.de


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Letzte Änderung: 12.02.2014
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