Värttinä in Fellbach

Der Europäische Kultursommer in Fellbach ist in vollem Gange (zumindest die Kultur, mit dem Sommer ist das ja eher mau), und ein Höhepunkt war das Konzert von Värttinä am 30. August. Zumindest an diesem Samstag war es trocken und recht warm, das Konzert konnte also wie geplant im Rathaus-Innenhof stattfinden. 

Värttinä hatten sich zumindest in Mitteleuropa in den letzten Jahren rar gemacht, kein Wunder also, dass sogar aus Utrecht Fans angereist waren. Der Innenhof war gut gefüllt, wenn auch nicht ausverkauft.

Die Band hat sich gehörig runderneuert: für Johanna Hytti (früher Virtanen) kam Karoliina Kantelinen (bekannt von Ketsurat) in das Vokaltrio, Matti Kallio (acc, fl) und Kukka Lehto (vi, war schon mit Ruuti in Deutschland) waren bereits früher eingestiegen. Mit Mikko Hassinen (dr) und Mikko Pellinen (b) sorgen wieder namhafte Jazzer für die Rhythmen. Matti Laitinen an Gitarre und Mandocello ist ebenfalls neu.

Sie eröffneten mit einem Medley aus "Matalii Ja Mustii"und "Marilaulu", und schon da wurde klar, dass sich das Warten gelohnt hat: Mari Kaasinen und Susan Aho haben nichts von ihrer Stimmgewalt und Ausstrahlung eingebüßt, mit Karoliina Kantelinen harmonieren sie prächtig – die Präzision der Gesangssätze ist nach wie vor frappierend. "Katariina" mit seinen extrem schnellen Linien macht immer wieder sprachlos.

Das Programm war ein Best Of mit ein paar neuen Songs: "Helleleo" von der letzten CD ist eher Pop-orientiert, im Gegensatz zu einem alten Klassiker: "Oi Dai" nur mit Mandocello gelang sehr schön, "Aitara" und "Aijö" gewohnt knackig. Im zweiten Set gaben sie Gas, die Show wurde wilder, mit "Käppee" und "Nahkaruoska" gegen Ende. "Seelennikoi" beendete als zweite Zugabe ein Värttinä-Konzert, in dem sie auch viel erklärt haben, was angesichts der Vielzahl an Erstbesuchern richtig war. Fehlte eigentlich nur "Kylä Vuotti Uutta Kuuta", aber das Konzert musste kurz nach 22h beendet werden.

Fazit: sehr schönes Konzert, auch wenn die aktuelle Besetzung (noch) nicht ganz die Klasse manch früherer hat, ein paar Finessen wurden doch geglättet. Hauptsache, sie sind wieder da – schließlich ist Värttinä die beste finnische Band der Welt.

Bericht und Titelbild: Tim Kleinecke. Bilder unten von Otfried Stein.


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Letzte Änderung: 12.02.2014
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